Ökumene in Ostrach

Anfänge in Ostrach

Nach dem 2. Weltkrieg kamen viele Flüchtlinge nach Ostrach, von denen die meisten evangelisch waren. Eine evangelische Kirche gab es nicht und auch noch keinen evangelischen Pfarrer.

Die evangelischen Christen fanden im damaligen Jugendheim, heute Pfarrheim eine Bleibe und konnten ihre Gottesdienste dort abhalten, bis sie eine eigene Kirche hatten. Auch katholische Christen haben mit Spenden den Bau der evangelischen Kirche unterstützt.

Man lebte lange Zeit nebeneinander ohne große Probleme, aber mit einigen Vorbehalten, wie sie damals üblich waren. Im Laufe der Jahre ist daraus ein MITEINANDER geworden.

Was ist aus der Ökumene geworden?

Wahrscheinlich seit Ende der siebziger und in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde es gute Praxis, jeweils in der "Weltgebetsoktav für die Einheit der Christen", eine gemeinsame Sitzung von ev. Kirchengemeinderat und kath. Pfarrgemeinderat zu haben.

„Das II. Vatikanische Konzil hat es als eine seiner grundlegenden Aufgaben angesehen, Wege für die Wiederherstellung der Einheit aller Christen zu bereiten.

In der Satzung des PGR heißt es im § 2, Absatz 7: „die ökumenische Zusammenarbeit zu vertiefen und den interreligiösen Dialog zu pflegen".

Wie sieht nun die Ökumene in Ostrach aus?

  • Der ökumenische Alltag verläuft unkompliziert
  • Gegenseitig besucht man sich bei kirchlichen Feiern und Festen, ohne förmliche Einladung, einfach so.
  • Ökumenische Trauungen und Gottesdienste gehören selbstverständlich dazu.
  • Einweihungen / Segnungen von Gebäuden usw. auf Ebene der politischen Gemeinde werden gemeinsam vorgenommen.
  • Wir stellen uns gegenseitig Räumlichkeiten zur Verfügung.
  • Die Kirchlichen Nachrichten (Gelbe Seiten) im Mitteilungsblatt beinhalten die Veröffentlichungen beider Kirchen.
  • Unsere Pfarrer treffen sich regelmäßig.
  • Zum Ausflug der Pfarrgemeinderäte wurden immer wieder mal auch der evangelische Kirchengemeinderat eingeladen und mitgenommen, und in 2009 haben wir uns einen gemeinsamen Ausflug geleistet
  • Gemeinsam sind wir in der CARITASGEMEINSCHAFT OSTRACH engagiert.
  • Beim Bildungswerk der Kath. Pfarrgemeinde für die Seelsorgeeinheit war der evangelische Pfarrer Schwaiger als Referent tätig.
  • In Ostrach findet der Weltgebetstag der Frauen im Wechsel statt, einmal in der evangelischen Kirche, im nächsten Jahr in der katholischen Kirche. Selbstverständlich bereiten die Frauen den Weltgebetstag auch gemeinsam vor und setzen sich danach gemütlich zusammen.
  • Die Chöre aus der SEO tragen auch bei der evangelischen Kirchengemeinde zur Gestaltung der Gottesdienste bei.
  • Wenn etwas ansteht, spricht man sich ab, ob es auch im MITEINANDER geht.
  • Den Kinderbibeltag gibt es alle zwei Jahre in ökumenischer Ausführung.
  • Am 16. September 2007 veranstalteten wir miteinander den Ostrachtaler Kirchentag, der am 11. Sept. 2011 wiederholt wurde. Die Kirchentage stehen unter dem Thema: Alle in SEINEM Boot.

Resümee:
Für die meisten Gemeindemitglieder ist Ökumene kein Problem, aber auch kein besonderes Anliegen.

Ökumene konkret lebt mit und von persönlichen Kontakten untereinander und vom gemeinsamen Tun mit- und füreinander!"

Was können wir tun?

  • Brücken schlagen, Vorurteile abbauen
  • Einander kennen lernen
  • Gemeinsam Glaube leben
  • Nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame in den Mittelpunkt stellen
  • Einander nicht vereinnahmen oder unter Druck setzen
  • Miteinander das tun, was wir heute schon tun können und tun dürfen
  • Aber auch Ringen um mehr Gemeinsamkeit
  • Gottesdienste, die Verkündigung und Lobpreis betonen