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Die Nikolausgilde in Ostrach

Nikolausgilde Ostrach 2012
Nikolausgilde Ostrach 2012

Früher gab es das „ Klosagehen", das im Oberschwäbischen stark verwurzelt war. Es waren wilde und rauhe Gesellen die als böse und furchterregende Gestalten auftraten. Diese zogen laut durch das Dorf und trieben ihr Unwesen. Im Laufe der Zeit setzte sich jedoch der Bischof von Myra als Vorbild für den heutigen Nikolaus durch in Begleitung seines Knechtes Ruprecht. Er kommt aber nicht mehr als Schreckensgestalt sondern als Kinder- und Menschenfreund. Bischof und Ruprecht treten würdevoll auf.

Er ist der Freund der Kinder und der Helfer in der Not und besucht heute die Familien auf Anforderung.

Im Jahre 1983 wurde in Ostrach die Nikolausgilde gegründet, um der organisatorischen Aufgabe besser gerecht zu werden.

Eine Gilde ist eine selbstnützige Vereinigung zum Schutz und zur Förderung gemeinsamer Interessen.Ins Leben gerufen wurde die Gilde von Elisabeth Baier nach dem Vorbild und unter der Patenschaft der Altshauser Nikolausgilde. Im 1. Jahr fing es mit 5 Paaren an. Hierbei waren die Männer aus Altshausen jeweils der Bischof und die Ostracher waren zum Lernen der Knecht Ruprecht.

Die Herstellung der prächtigen Gewänder übernahm damals die Nähstube unter Leitung von Adolf Kirsch. Die Strickerfrauen fertigten die Handschuhe. Dies ist auch heute noch so, wir werden von beiden Gruppen unterstützt, wenn es darum geht, neue Monturen oder Handschuhe anzuschaffen.

Die Mitren wurden von Irmgard Krattenmacher (geb. Widmer aus Ostrach) aus Altshausen gefertigt.

Die Bischofstäbe erneuerte Wolfgang Kirsch. Die Schnitzarbeit machte Willi Oswald.

Die Nikolausgilde ist mit 10 Paaren unterwegs. Bischof ist jeweils ein Mann, der Ruprecht wird auch von Frauen verkörpert. Es sind Erwachsene, die sich ihrer Aufgabe und Verantwortung in den Familien bewußt sind und sich entsprechend verhalten und auftreten.

Den Abschluß des Nikolausgehens bildet ein gemütliches Beisammensein. Dabei zeigt sich jedes Jahr, daß die Freude über das Mtwirken an lebendigem, christlichem Brauchtum bei allen Beteiligten sehr groß ist.

Unser ständiges Ziel ist es, dieses schöne Brauchtum an die nächste Generationen weiterzugeben.

Die Leitgedanken und Ziele der Gilde sind nicht schriftlich festgehalten sondern werden mündlich weitergegeben.

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